Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag zur Förderung von Familien

Familien mit Kindern haben es oft nicht leicht finanziell über die Runden zu kommen, wenn sich die Einkommen der Eltern im Niedriglohnbereich bewegen. So waren Familien oft gezwungen zusätzlich aufstockende Leistungen nach dem SGB II (Hartz IV) zu beantragen, um die Ausgaben schultern zu können. Um dies einzudämmen wurde der Kinderzuschlag eingeführt.

Der Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag (Abkürzung KiZ) ist eine Sozialleistung zur Förderung von Familien mit Kindern und geringem Einkommen. Familien im Niedriglohnbereich sollen dadurch entlastet werden und es soll das Problem der Kinderarmut von Kindern unter 25 Jahre bekämpft werden, da das Erwerbseinkommen vieler Eltern nicht ausreicht um neben dem eigen Lebensunterhalt auch den Unterhalt Ihrer Kinder ausreichend zu sichern. Es gibt derzeit etwa 300.000 Kinder für die der Kinderzuschlag geleistet wird. Nach Umfragen hat sich die finanzielle Situation der Kinderzuschlagsbezieher durch den Kinderzuschlag deutlich verbessert. Vor allem Familien mit mehreren Kindern profitieren stark.

Grundlage für die Leistung ist das Bundeskindergeldgesetz, in dem auch das Kindergeld geregelt ist. §6a des Gesetzes regelt den Kinderzuschlag. Er wurde mit den Hartz IV Gesetzen im Jahr 2005 eingeführt, um die Arbeitsanreize für Familien zu verbessern und den Gang zum Jobcenter zur Beantragung von Arbeitlosengeld II (Hartz IV) zu vermeiden. Bis dahin mussten Familien, deren Einkommen unterhalb des nach dem nach Sozialgesetzbuch II (SGB II) errechneten Mindestbedarfs für die Bedarfsgemeinschaft lag, einen Antrag auf Leistungen nach dem SGB II stellen, um zusätzliches Arbeitslosengeld II bzw. Sozialhilfe / Hartz IV zu bekommen. Mit Einführung des Kinderzuschlags wurde eine Alternative zu diesem Weg geschaffen. Ein gleichzeitiger Bezug von Kinderzuschlag und Arbeitslosengeld II / Sozialgeld ist jedoch nicht möglich.

Anspruch und Höhe des Kinderzuschlags

Der Kinderzuschlag beträgt maximal 140 € pro Kind. Für ein und das selbe Kind wird der Kinderzuschlag immer nur an einen Bezieher (Elternteil) gezahlt. Familien (auch Alleinerziehende oder eheähnliche Gemeinschaften) können einen Kinderzuschlag dann beantragen und bekommen , wenn Ihr Einkommen um weniger als 140 € pro Kind höher liegt als ihr nach dem SGB II errechneter Gesamtbedarf. Allerdings muss auch ein Mindesteinkommen erzielt werden um Kinderzuschlag beantragen zu können, Das Mindesteinkommen für Kinderzuschlag liegt bei 600 € brutto bzw. 900 € brutto für Alleinerziehende bzw. Verheiratete o. Lebenspartner. Entspricht das Einkommen einer Familie genau dem Gesamtbedarf nach SGB II (der die Höchsteinkommensgrenze für den Kinderzuschlag darstellt) oder liegt es darunter, dann bekommt die Familie für jedes Kind den vollen Kinderzuschlag von 140 €. Liegt das Einkommen über dem Gesamtbedarf, dann wird der darüber liegende Teil mit dem Kinderzuschlag von 140 € errechnet. Liegt z. B. das Einkommen um 60 € über dem Bedarf, dann kann die Familie mit einem Kind nur 140 € - 60 € also 80 € Kinderzuschlag erhalten. Liegt das Einkommen z. B. um 200 € über dem Bedarf, so kann für das Kind kein Kinderzuschlag erhalten werden, da 140 € - 200 € = -60 €. Wenn das Einkommen jedoch den Bedarf nach SGB II um mehr als 140 € unterschreitet muss nach wie vor Arbeitslosengeld II / Hartz IV beantragt werden. Der Kinderzuschlag für ein Kind kann bis zum 25. Lebensjahr gezahlt werden, wenn auch Anspruch auf Kindergeld besteht und das Kind in der Bedarfsgemeinschaft (also im elterlichen Haushalt) lebt. Bei Kindern die ein eigenes Einkommen haben wird auch dieses Einkommen auf den Kinderzuschlag angerechnet. Das heißt, für ein Kind das mehr als 140 € verdient, kann kein Kinderzuschlag gewährt werden.

Beantragung des Kinderzuschlags

Wie auch beim Kindergeld wird der Kinderzuschlag durch die Familienkasse gewährt. Hier muss auch der Antrag erfolgen. Die Familienkasse ist meistens mit der regionalen Arbeitsagentur örtlich zusammengelegt. Beim Antrag auf Kinderzuschlag müssen ebenso wie beim Arbeitslosengeld II Antrag Angaben zu Lebens- / Einkommens- und Vermögensverhältnissen gemacht, damit geprüft werden kann ob ein Anspruch besteht. Das Prüfschema ist jedoch nicht identisch mit dem Prüfschema für Arbeitslosengeld II Unterstützung. Der Kinderzuschlag wird zusammen mit dem Kindergeld monatlich gezahlt. Über einen Antrag auf Kinderzuschlag entscheidet die Familienkasse durch einen schriftlichen Bewilligungs- oder Ablehnungsbescheid. Wenn Sie Fragen zur Antragstellung oder zu ihrem konkreten Einzelfall haben, richten Sie diese persönlich an die für Ihren Wohnort zuständige Familienkasse.

Wer einen Kinderzuschlag erhält kann weitere Zusatzleistungen zur Bildung und Teilhabe für die Kinder beantragen. Dazu gehören Bildungs- und Teilhabeleistungen für:

  • Schulbedarf,
  • Eintägige Ausflüge von Schule oder Kita,
  • Mehrtägige Klassenfahrten von Schule oder Kita,
  • Gemeinschaftsverpflegung in der Schule in Kita, Schule, Hort
  • Beförderungskosten für Schüler zur Schule,
  • Nachhilfe / Lernförderung,
  • und Leistungen für die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben

Diese Leistungen können bei der Kommune beantragt werden.